Jun
07

Der Ceiling-Effekt ist ein Begriff aus der Pharmakologie. Er bezeichnet die Eigenschaft mancher Substanzen, dass es trotz Dosissteigerung zu keiner Zunahme der Wirkungen kommt.

In der Anästhesie ist der Ceiling-Effekt der Benzodiazepine bekannt. Wenn Patienten, denen eine Sedierung verabreicht wird, diese über einen längeren Zeitraum bekommen, kann die Sedierungstiefe unter gleich bleibender Dosierung der Medikation abnehmen, oder es kann trotz Dosissteigerung keine tiefere Sedierung erreicht werden.

Ein Ceiling-Effekt ist auch für das Opioid-Analgetikum Buprenorphin bekannt, wohingegen andere Opioide wie Morphin ohne Ceiling-Effekt sind.

Siehe auch: Rückschlag (Rebound-Phänomen)

Jun
07

Die Volumetrics-Diät ist eine Diät, bei der eine Gewichtsabnahme durch den Verzehr von Nahrungsmitteln mit niedriger Energiedichte, die viel Flüssigkeit enthalten, erzielt weden soll. Der Begriff stammt von der amerikanischen Ernährungsforscherin Barbara Rolls.

Prinzip

Die US-Wissenschaftlerin Rolls stellte nach ihren Angaben in Labor-Versuchen fest, dass die Menge (damit das Volumen) des Essens für die Sättigung einer Person entscheidend ist und nicht der Kaloriengehalt der Speisen. Wer bevorzugt Nahrungsmittel mit geringer Kaloriendichte (Kilokalorien pro Gramm, kcal/g) verzehre, könne so die Gesamtzahl der konsumierten Kalorien senken, angeblich ohne Hungergefühle. Somit eigne sich Volumetrics, um Übergewicht zu verlieren. Auch in Deutschland wird das Prinzip „Essen mit reduzierter Energiedichte“ zur Prävention und Behandlung von Übergewicht und Diabetes angewandt. Es handelt sich dabei auch nicht um eine neue Erkenntnis.

Berechnung

Die Energiedichte von Nährstoffen, Nahrungsmitteln und Speisen ist unterschiedlich:

  • Fett hat eine Energiedichte von 9 kcal/g
  • Alkohol liegt bei 7 kcal/g
  • Eiweiß und Kohlenhydrate haben etwa 4 kcal/g

Wasser besitzt dagegen keinen Brennwert. Daher hat ein hoher Wasseranteil in Nahrungsmitteln zwangsläufig eine niedrige Energiedichte zur Folge. Meist geht das mit einem geringen Fettanteil einher. Nahrungsmittel mit hoher Energiedichte enthalten dagegen meist viel Fett und Zucker, aber wenig Wasser.

Nach Ansicht der Volumetrics-Vertreter sollte die Kaloriendichte einer ausgewogenen Ernährung im Mittel bei etwa 1,25 kcal/g liegen. Tatsächlich sind aber Werte von 1,6 kcal in England und 1,8 kcal in den USA üblich.

Ernährungspraxis

Wer sich volumetrisch ernährt, trinkt viel Wasser, Tee oder kalorienfreie Getränke. Statt Nahrungsmittel mit einem hohen Anteil minderwertiger Fette (Wurst, Käse, Butter) sollen vermehrt Obst, Gemüse, Vollkornprodukte, Fisch und hochwertige Pflanzenöle (Raps, Olivenöl) in die Ernährung eingebaut werden. So steigt der Anteil gesunder, frischer Nahrungsmittel, die den Körper mit reichlich Vitaminen und Ballaststoffen versorgen. Insgesamt entsprechen die Volumetrics-Empfehlungen denen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, DGE. Die DGE hat in ihren neuesten Empfehlungen ebenfalls auf die Bedeutung der Energiedichte für einen gesunden Speiseplan hingewiesen.

Quelle:„Satt und schlank mit der Volumetrics-Diät“, GU-Verlag 2005

Bewertung

Die Behauptung, dass die Füllung des Magens ausschlaggebend ist für das Sättigungsgefühl ist wissenschaftlich nicht haltbar und entspricht nicht dem aktuellen Forschungsstand. Es ist bekannt, dass der Sättigungsmechanismus von mehreren Faktoren abhängig ist, stark durch Hormone gesteuert wird und auch von der Energiezufuhr abhängt.Susanne Klaus: Regulation von Hunger und Sättigung (2005) Flüssigkeitsaufnahme allein, zum Beispiel in Form von Wasser, hat so gut wie keinen Einfluss auf das Hungergefühl, wie auch Rolls in ihren Versuchen festgestellt hat. Sie konnte in Experimenten aber belegen, dass dieselben Zutaten als Suppe sättigender wirken als in Form eines Auflaufs, was sie auf das unterschiedliche Volumen der Speisen zurückführt.Beitrag von Quarks & Co. (2004)

Das deutsche Buch zur Volumetrics-Diät enthält Empfehlungen wie die, eine Pizza zusätzlich mit Tomaten- oder Gurkenscheiben zu belegen, um den Volumenwert zu verbessern. Der zusätzliche Belag reduziert aber weder die Kalorienzahl der Pizza noch den Fettgehalt. Grundsätzlich gilt, dass eine Gewichtsabnahme dann erfolgt, wenn dem Körper weniger Energie zugeführt wird als er verbraucht, völlig unabhängig vom Volumen. Wird die gewohnte Kalorienmenge deutlich unterschritten, reagiert der Körper in jedem Fall mit Hungergefühlen, auch bei dieser Diät.Interview mit Udo Pollmer

Quellen

Jun
07

Dean Ornish (* 16. Juli 1953 in Dallas; Texas, Vereinigte Staaten) ist ein US-amerikanischer Mediziner.

Leben

Ornish legte die Reifeprüfung als Klassenbester an der Universität von Texas in Austin (Texas) ab. Danach ging er nach Houston und studierte am Baylor College of Medicine wo er auch promovierte. Weitere Studien schlossen sich an der Harvard Medical School in Boston an. Am Massachusetts General Hospital war er als Assistenzarzt tätig und fand dort seine erste feste Anstellung. Ornish begann bereits in den späten 1970er Jahren als Student auf dem Gebiet der Herzerkrankungen zu forschen. Im Juli 1984 begann er in San Francisco die Lifestyle Herzstudie. Es handelte sich um eine kontrollierte Studie über den Erfolg einer fettarmen Diät verbunden mit einem Stress-Management in einer kleinen Gruppe von Herzpatienten.

Therapie

Ornish hat eine spezielle Therapie zur Behandlung von Herzerkrankungen entwickelt, die Operationen überflüssig machen soll. Teil davon ist die so genannte Ornish-Diät. Sie ist strikt vegetarisch und begrenzt den Fettanteil in der Nahrung auf 10 % der aufgenommenen Kalorienmenge und die Cholesterol-Aufnahme auf nur fünf Milligramm täglich. Der von der amerikanischen Kardiologenvereinigung (AHA) empfohlene Fettanteil betrug bis zu 30 % der Kalorienaufnahme und 300 mg Cholesterol täglich. Der Anteil der Kohlenhydrate beträgt rund 75 Prozent, der Anteil an Eiweiß etwa 15 Prozent. Die einzigen erlaubten tierischen Produkte sind sehr fettarme Milchprodukte und Eiklar. Zucker ist in kleinen Mengen zulässig, Kaffee und Tee sind verboten. Um Mangelzustände zu vermeiden, empfiehlt Ornish Nahrungsergänzungsmittel wie Multivitaminpräparate, Folsäure, Selen, Leinöl für Frauen und Fischöl für Männer.Nancy Waring: Dr. Dean Ornish’s Low-Tech-Behandlung der koronaren Herzkrankheit

Ergänzend zur Diät wird als Gruppentherapie eine Raucherentwöhnung und die Ernährungsumstellung auf extrem fettarme Nahrung durchgeführt. Die Gruppen praktizieren darüber hinaus Yoga und Meditation.

Ergebnisse einer Studie wurden Ende der 1980er Jahre veröffentlicht. Sie zeigten, dass Herzschädigungen durch koronare Arteriosklerose bei vielen Patienten zurückgegangen waren. Ornish erweckte für seinen Therapieansatz große Aufmerksamkeit. Er glaubt, dass Stress-Management, die Verhinderung sozialer Isolation und der Abbau psychischen Drucks großen Anteil am Therapieerfolg hat.

Ornish ist ständiges Mitglied der medizinischen Fakultät der Universität von Kalifornien in San Francisco sowie Präsident und Direktor des Forschungsinstituts für Präventivmedizin in der Nähe von Sausalito.

Studien

Ornish veröffentlichte Ende der 1980er Jahre die Ergebnisse einer von ihm selbst geleiteten randomisierten Studie zur Behandlung von Koronare Herzkrankheit mit seinem Therapiekonzept, das Bewegung, Entspannung und Diät umfasst. Allerdings nahmen nur 22 Patienten ein Jahr lang daran teil. Bei 82 Prozent dieser kleinen Gruppe gingen die Gefäßverengungen der Arterien um durchschnittlich 2,2 Prozent zurück. Die 20 Patienten der Kontrollgruppe ernährten sich nach den Empfehlungen der American Heart Association; bei ihnen kam es zu einer Vergrößerung der Stenosen um durchschnittlich 3,4 Prozent. 20 Patienten der Versuchs- und 15 aus der Kontrollgruppe nahmen an einer vier Jahre dauernden Folgestudie teil. Die Arteriosklerose der Ornish-Gruppe ging den Ergebnissen zufolge um 7,9 Prozent zurück, während es bei der Kontrollgruppe zu einer Verschlechterung kam, obwohl 60 Prozent dieser Teilnehmer Lipidsenker einnahm. Die LDL-Cholesterinwerte der Versuchsgruppe waren nach fünf Jahren 20 Prozent niedriger als zu Beginn; hier zeigte sich jedoch kein signifikanter Unterschied zur Vergleichsgruppe. Der Gewichtsverlust durch die Ornish-Diät betrug nach einem Jahr zirka 10 kg, nach fünf Jahren jedoch nur noch 5 kg. In der Vergleichsgruppe veränderte sich das Gewicht der Teilnehmer kaum. Innerhalb von fünf Jahren gab es in der Kontrollgruppe 45 so genannte „kardiale Ereignisse“, in der Ornish-Gruppe nur 25. Ein Positronen-Emissions-Tomographie-Scan zeigte, dass sich das Fortschreiten der koronaren Herzkrankheit bei fast allen Patienten dieser Gruppe hatte aufhalten lassen.

Dass die Ornish-Diät die kardiovaskulären Risikofaktoren bei noch nicht Erkrankten positiv beeinflusst und in einem Jahr zu einem deutlichen Gewichtsverlust führt, wurde in unabhängigen Studien nicht bestätigt. 2005 wurde das Ergebnis einer Studie aus Boston publiziert, bei der 160 Personen in vier Gruppen jeweils ein Jahr lang eine andere Diät praktizierten; eine davon war die Ornish-Diät. Ermittelt wurde der Einfluss auf die kardiovaskulären Risikofaktoren. Die Hälfte der Ornish-Gruppe gab innerhalb der Versuchszeit auf, die strenge Fettbeschränkung wurde von kaum jemandem durchgehalten. Nach einem Jahr lag der aufgenommene Fettanteil bei durchschnittlich 35 statt 10 Prozent. Die Gewichtsabnahme betrug 6,6 Prozent und entsprach der der anderen Diäten, darunter die Atkins-Diät. Der LDL-Cholesterinwert sank im Schnitt um 25 mg/dl, der HDL-Wert stieg jedoch nicht an. Der Blutzuckerspiegel sank im Nüchternzustand (leerer Magen) am stärksten von allen vier Gruppen um 8,2 mg/dl.Bericht in der Ärztezeitung (2005) Unterschiedliche Diätformen bei Übergewicht ohne relevante Unterschiede hinsichtlich Gewichtsabnahme

Eine amerikanische Studie aus dem Jahr 2007, bei der erneut die Wirkung der vier Diäten - Atkins, Ornish, Zone-Diät und LEARN - in vier Gruppen verglichen wurden, nahm die Ornish-Gruppe im Schnitt nur 2,2 kg innerhalb eines Jahres ab. Der Einfluss auf die ermittelten Cholesterin- und Insulinwerte sowie den Blutdruck waren gering. An der Studie nahmen Frauen zwischen 20 und 50 Jahre teil, die weder an Diabetes mellitus noch an einer Herzkrankheit litten.Bericht in der Ärztezeitung (2007) Comparison of the Atkins, Zone, Ornish, and LEARN Diets for Change in Weight and Related Risk Factors Among Overweight Premenopausal Women

Quellen

Jun
07

Eine Hauptmahlzeit ist eine Mahlzeit, in der der wesentliche, mengenmäßig größte Anteil der täglichen Nahrung zu sich genommen wird.

Dabei sind weltweit Unterschiede, die sich auf unterschiedliche Klimabedingungen und kulturelle Einflüsse zurückzuführen sind, festzustellen.

Im Allgemeinen gelten Frühstück, Mittagessen und Abendbrot als Hauptmahlzeiten. Hinsichtlich der verwendeten Lebensmittel, der Mengen und der Temperatur der Speisen beim Servieren und der daraus entstehenden Variations- und Kombinationsmöglichkeiten gibt es große Unterschiede, die selbst in relativ einheitlichen Kulturkreisen unterschiedlich sind.

Wegen der zunehmenden zeitlichen Verfügbarkeit vor allem auch von Fertiggerichten, Snacks und Imbissangeboten und des Fast-Food mit der Tendenz rund um die Uhr und wegen der Veränderung der Essgewohnheiten durch Reformen und Diäten hat der Begriff der Hauptmahlzeit eine mehr kulturhistorische als aktuelle Bedeutung.

Jun
07

Heilverfahren dienen der Wiederherstellung der Gesundheit. Deren Einteilung in richtig, klassisch bzw. orthodox oder falsch, alternativ bzw. komplementär ist durchaus Veränderungen unterworfen.

Im deutschen Sozialrecht wurden bis zum In-Kraft-Treten des SGB IX stationäre Leistungen zur medizinischen Rehabilitation (”Kuren”) als Heilverfahren bezeichnet. [1]

Alternative Heilverfahren

siehe Liste alternativmedizinischer Behandlungsmethoden

Diät

siehe auch Diät

  • Heilfasten
  • Makrobiotik
  • Weight Watchers

Einzelnachweise

Siehe auch

Evidenzbasierte Medizin, Geschichte der Medizin, Krankengymnastik, Krankheit

Jun
07

Schnell ist der Nachname von:

  • David Schnell, Maler
  • F. Wolfgang Schnell (1913-2006), deutscher Pflanzenzüchter
  • Georg H. Schnell, Schauspieler
  • Hans-Dieter Schnell (*1939), hessischer Landtagsabgeordneter (CDU)
  • Hermann Schnell (1916−1999), deutscher Chemiker
  • Karl Schnell (* 1954), österreichischer Politiker
  • Karl Schnell (* 1916), General der Bundeswehr und Staatssekretär
  • Peter Schnell (* 1935), deutscher Politiker
  • Peter M. Schnell, Unternehmer
  • Rainer Schnell, Methodologe
  • Ralf Schnell (*1943), deutscher Germanist & Literaturwissenschaftler, Rektor der Universität Siegen
  • Raoul Wolfgang Schnell, Schauspieler & Regisseur
  • Robert Wolfgang Schnell, Schriftsteller
  • Theodor Schnell d. Ä. (1836–1909), deutscher Bildhauer und Kirchenausstatter
  • Theodor Schnell d. J. (1870–1938), deutscher Bildhauer und Kirchenausstatter
  • Tom Schnell (* 1985), luxemburgischer Fußballspieler

Siehe auch: Schneller

Jun
07

Die Deutsche Zöliakie-Gesellschaft e.V. (DZG) wurde 1974 als Selbshilfeorganisation gegründet und hat heute über 25.000 Mitglieder.

Ziel ist die Hilfe für Zöliakie/Sprue- und Dermatitis herpetiformis Duhring-Betroffene.

Grundlage zur Verbesserung des Krankheitsbildes ist die konsequente Vermeidung des Klebereiweißes Gluten, der in den Getreiden Weizen, Roggen, Dinkel, Gerste und Hafer enthalten ist.

Die Unterstützung umfasst u.a.:

  • die Erstellung umfangreicher Schriften zur gezielten diätetischen Ernährung (z.B. Lebensmittellisten)
  • Organisation von lokalen Hilfsgruppen für Betroffene
  • Berichte von Mitgliedern über die Ernährung und Lebensmittelversorgung bei verschiedensten Urlaubszielen
  • medizinische Beratung und Hintergrundinformation in der Mitgliederzeitschrift “DZG aktuell”.

Jährlich werden mehrere Projekte zur medizinischen Untersuchung der Krankheiten finanziell unterstützt.

Jun
06

Krebsdiäten zählen zu den komplementären Heilmaßnahmen gegen Krebserkrankungen.

Statistiken zufolge wendet jeder zweite Krebskranke parallel zur konventionellen Behandlung auch eine oder mehrere komplementäre (unkonventionelle) Therapien an. Fast immer beinhalten diese auch ernährungsbezogene Maßnahmen, etwa den Verzicht auf Genußmittel und weißen Zucker oder den vermehrten Verzehr von Obst und Gemüse. Dies steht nicht immer im Widerspruch zur evidenzbasierten Medizin. Aufgrund von epidemiologischen Erkenntnissen, die eine vorbeugende Wirkung der “gesunden” Ernährungsweise gegenüber Krebsentstehung vermuten lassen, empfehlen Onkologen häufig auch bereits erkrankten Personen eine an Vitaminen und Spurenelementen reiche, fettreduzierte, möglichst abwechslungsreiche Mischkost.

Dezidierte Krebs-Diäten gehen über solche allgemein gehaltenen Empfehlungen hinaus und enthalten oft hervorgehobene, ungewöhnliche Komponenten, etwa bestimmte Pflanzen oder Inhaltsstoffe. Darüberhinaus bieten sie immer auch theoretische, wissenschaftlich allerdings wenig abgesicherte Erklärungsmodelle für ihre erhoffte Wirkung gegen Krebs. Es soll in der Regel eine “Entgiftung” des Organismus’ und Stärkung der körpereigenen Abwehrkräfte erzielt werden. Andere Ansätze hoffen die Krebszellen “auszuhungern” oder zu vergiften, was einer bildhaften Vorstellung entspricht, die jeder wissenschaftlichen Grundlage entbehrt.

Diese Zusammenstellung zeigt, dass sich die Empfehlungen teilweise widersprechen. Keine der vorgenannten Diätformen ist nach den Maßstäben der evidenzbasierten Medizin als wirksam nachgewiesen. Im Gegenteil kann eine sehr einseitige Kost, etwa die makrobiotische Kost in der höchsten Anwendungsstufe, bei Gesunden und Kranken zu Mangelerscheinungen führen.

Siehe auch: Mikronährstoff (Medizin)

Jun
06

Flötzinger Bräu ist eine Privatbrauerei im oberbayrischen Rosenheim. Sie wurde 1543 gegründet und ist die einzige Privatbrauerei im Raum Rosenheim. Heute ist sie im Besitz der Familie Steegmüller. Auf dem Rosenheimer Herbstfest betreibt die Brauerei auf der Loretowiese das große Flötzinger Festzelt mit Platz für ca. 8.500 Personen. Es gilt als das größte frei aufbaubare Festzelt Europas.

Biere

Die Brauerei braut folgende Biere:
Flötzinger Hell, Altbayerisches Hefeweizen, Altbayerisches Hefeweizen Dunkel, 1543er Weißbier naturtrüb, Flötzinger Export Dunkel, Flötzinger FS Gold (Helles Exportbier), Flötzinger Pils, Flötzinger Cool Pils, Flötzinger Märzen, Flötzinger Heller Bock, Flötzinger Leichte Weiße (alkoholreduziert), Flötzinger Leichtes Helles (alkoholreduziert), Flötzinger Alkoholfrei, 1543 Russn (Biermischgetränk aus Weißbier und Limonade), Wiesn Radler (Biermischgetränk aus Märzenbier und Limonade), Cool Lemon (Biermischgetränk aus Hellem und Limonade).

Darüber hinaus braut die Brauerei auch noch das Bierbichler Weißbier ein, dessen Rezept sie nach Aufgabe der Bierbichler Weißbierbrauerei Rosenheim erworben hatte. Es wird aber heute noch in den Bierbichler Flaschen und Kästen vertrieben.

Zusätzlich zu den oben genannten Sorten werden im Laufe des Jahres noch einige saisonale Spezialitäten eingebraut:

Josefi Bock (Dunkler Bock, der immer zur Starkbierzeit angeboten wird), Mai Bock (im Mai), Wiesn Märzen (Märzenbier, speziell für das Rosenheimer Herbstfest Ende August/Anfang September), Weihnachtsbier (Exportbier zur Weihnachtszeit), Weihnachtsbock (Heller Bock zur Weihnachtszeit).

Erfrischungsgetränke

Die Flötzinger Brauerei stellt folgende Erfrischungsgetränke her:

Mineralwasser, Zitronenlimonade, Orangenlimonade, Cola Mix, American Cola, Apfelschorle, Diät Zitronenlimonade, Diät Orangenlimonade, Diät Grapefruitlimonade.

Jun
06

Sylvester Graham (* 5. Juli 1794 in Suffield, Connecticut, USA; † 11. September 1851 in Northampton, Massachusetts) war ein amerikanischer Prediger und früher Verfechter einer vegetarischen Reformdiät in den USA. Er stand der so genannten Natural Hygiene-Bewegung nahe, die Methoden der Schulmedizin generell ablehnte.

Leben

Sylvester Graham wurde 1794 als Sohn eines zu diesem Zeitpunkt bereits 70-jährigen Pfarrers geboren, der zwei Jahre später starb. Seine Mutter war vermutlich krank, jedenfalls wuchs er bei Verwandten auf. Er arbeitete als Lehrer, quittierte aber nach einiger Zeit den Dienst wegen massiver gesundheitlicher Probleme.

1823, mit 32 Jahren, entschloss sich Graham dazu, protestantischer Geistlicher zu werden und begann eine Ausbildung am Amherst College, die er jedoch abbrach. 1826 heiratete er die Krankenschwester Sara Eads, die er als Patient kennen gelernt hatte. Sie war Mitglied der presbyterianischen Kirche, und etwas später wurde Graham Prediger dieser Kirchengemeinschaft. Er wurde nach Newark in New Jersey entsandt. Um 1830 schloss er sich der Abstinenzbewegung an und wurde Mitglied der Pennsylvania Temperance Society. Er begann, Vorträge über die Gefahren des Alkohols, über Hygiene und über gesunde Lebensweise im Allgemeinen zu halten.

Graham hielt eine vegetarische Ernährung für ein wirksames Mittel gegen Alkoholismus, vor allem aber auch gegen sexuelle Gelüste. Obwohl er dem Alkohol medizinischen Nutzen bescheinigte, sollte Alkohol seiner Meinung nach nicht beim geselligen Trinken missbraucht werden. Er glaubte auch, dass eine ungesunde Ernährungsweise zu exzessivem sexuellem Verlangen führen würde, das den Körper in ein Ungleichgewicht bringen und Krankheiten verursache. 1833 veröffentlichte er das Buch Lecture on Epidemic Diseases Generally and Particulary the Spasmodic Cholera. Darin vertrat er die Theorie, dass ungezügelte Sexualität, “unmoralische” Lebensweise und der Verzehr von Hühnerfleisch Cholera hervorriefen. Von 1837 bis 1839 erschien Graham’s Journal of Health and Longevity. Darin veröffentlichte er auch eine Abhandlung über Brot und die Brotherstellung.

Es gelang Graham, mit seinen Theorien eine große Zahl von Anhängern, die so genannten Grahamiten, für sich zu gewinnen. Trotzdem wurde er von vielen Zeitgenossen für seinen unerschütterlichen und fanatischen Enthusiasmus eher belächelt. Nach Zeitungsberichten fielen angeblich zahlreiche Damen während seiner Vorträge in Ohnmacht, sobald er seine Ansichten über Sexualität, vor allem über Masturbation, und seine Abneigung gegen das Tragen von Korsetts öffentlich ausbreitete.

1829 entwickelte er als Bestandteil einer Diät das noch heute bekannte Grahambrot aus fein geschrotetem Vollkornweizen ohne die damals üblichen Zusätze wie giftige Bleichmittel. Eine weitere Erfindung waren die Graham Cracker, Kekse aus Vollkorngetreide. Die Diät war rein vegetarisch und basierte vor allem auf frischem Obst und Gemüse sowie Vollkorn. Fleisch und Gewürze waren tabu. Butter war in geringen Mengen erlaubt, ebenso ganz frische Milch, Käse und Ei. Der Verzicht auf Fleisch und Gewürze wirke sich nach Meinung Grahams dämpfend auf die Libido aus. In den 1830er Jahren fand die Diät in den USA vor allem Anhänger unter den Puritanern. Sogar einige Restaurants spezialisierten sich auf die Graham-Diät, unter anderem in New York und in Boston.

1837 wurde er wegen seiner Diät-Empfehlungen von aufgebrachten Metzgern und Bäckern bedroht, die ihn davon abhalten wollten, in Boston zu sprechen.

1850 gehörte er zu den Gründern der American Vegetarian Society, die nach dem Vorbild einer vegetarischen Vereinigung in England gebildet wurde. Obwohl Graham ohne Zweifel seine eigenen Ernährungs- und Lebensregeln befolgte, starb er bereits 1851 im Alter von 58 Jahren in Northampton.

Wirkung

Graham beeinflusste auch andere amerikanische Persönlichkeiten, darunter den Verleger Horace Greeley und den Naturheilarzt John Harvey Kellogg, der heute vor allem als Gründer der Firma Kellogg’s und Erfinder der Cornflakes bekannt ist und Grahams Haltung gegenüber Sex, Alkohol und Fleischkonsum teilte.

Heute ist Graham in den USA vor allem als Erfinder der Graham Crackers bekannt, wobei die in den Supermärkten unter diesem Namen angebotenen Kekse nicht unbedingt Grahams Vorgaben entsprechen, da helles Weizenmehl verwendet und relativ viel Zucker zugesetzt wird.

Besonders in Süddeutschland haben sich Grahambrot und -brötchen als Brotsorte aus Vollkornschrot erhalten.