Jan
09

Die Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik ist eine am 16. November 1999 gegründete staatlich eingetragene Non-Profit-Organisation - gemeinnütziger Verein, eine wissenschaftliche Fachgesellschaft deren persönliche Mitglieder vornehmlich Ernährungsmediziner, Ernährungswissenschafter oder Diätassistenten sind. Die deutsche Bundesgeschäftsstelle ist in Aachen - Sitz ist Sugenheim. Die Gesellschaft hat Mitglieder in Europa und den USA.

Strukturen

Die Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V. versteht sich als eine praxisorientierte wissenschaftliche Fachgesellschaft, die sich der Aufarbeitung der Empirie und Therapie ernährungsmedizinischer und diätetischer Problemstellungen verschrieben hat. Ihre Schwerpunkte hat sie in den Bereichen Ernährung und Krebs (Tumorbiologie), Ernährung bei entzündlichen Erkrankungen, sekundäre Pflanzenstoffe sowie Nahrungsmittelallergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Sie hat 2006 (Stand Juli 2006) 427 persönliche Mitglieder, darunter (Ernährungs-)Mediziner, Internisten, Apotheker, Ernährungswissenschaftler und Diätassistenten. Zudem sind 62 Firmen aus der Pharmaindustrie sowie der Lebensmittelbranche und Lobby- und Fachverbände aus diesen Bereichen als juristische Person zahlende Mitglieder im Förderverein.

Sie bietet Hospitationsstellen für Ernährungswissenschaftler, veranstaltet Internationale Diätetik Kongresse, Fortbildungen und Wochenendseminare und gibt wissenschaftliche Informationsschriften heraus. Im Jahr 2006 vergibt die Gesellschaft erstmals die diaita Auszeichnung. Die Mitgliederzeitschrift heißt “Ernährung und Medizin”. Außerdem gibt die Gesellschaft die IVW-geprüfte Fachzeitschrift diaita - Zeitschrift für Diätetik heraus. Der Verein wird durch eine dreiköpfiges, ehrenamtliches Präsidium geführt.

Jan
08

Laut Diätverordnung sind diätetische Lebensmittel dazu bestimmt, einem besonderen Ernährungszweck zu dienen. Sie müssen sich von ähnlichen Lebensmitteln deutlich durch ihre Eigenschaften und Zusammensetzung unterscheiden. Eingesetzt werden sie bei Krankheiten, Allergien, bei der Ernährung von Säuglingen und Kleinkindern sowie bei Schwangeren und Stillenden. Zu den diätetischen Lebensmitteln zählen auch Kochsalzersatzmittel, Fructose, Mannit, Sorbit, Xylit und Süßstoffe.

Jan
08

Laut Diätverordnung sind diätetische Lebensmittel dazu bestimmt, einem besonderen Ernährungszweck zu dienen. Sie müssen sich von ähnlichen Lebensmitteln deutlich durch ihre Eigenschaften und Zusammensetzung unterscheiden. Eingesetzt werden sie bei Krankheiten, Allergien, bei der Ernährung von Säuglingen und Kleinkindern sowie bei Schwangeren und Stillenden. Zu den diätetischen Lebensmitteln zählen auch Kochsalzersatzmittel, Fructose, Mannit, Sorbit, Xylit und Süßstoffe.

Jan
08

Der Chylothorax ist eine Ansammlung von Lymphflüssigkeit (gr. Chylos = Milchsaft) im Bereich der Pleurahöhle. Dies geschieht in der Regel
durch eine Verletzung des sogenannten Brustmilchganges (Ductus thoracicus). Dieser führt am Tag bis zu 4 Litern Lymphe aus einem Großteil des Körpers zurück ins venöse Blut. Bei Verletzungen läuft diese Lymphe in angrenzende Strukturen (Chylorrhö). Außer
der Brusthöhle kann die Lymphe vor allem bei schweren Traumata außerdem in den Herzbeutel (sog. Chyloperikard) laufen. Bleibt die Lymphe auf den Mittelfellraum (Mediastinum) begrenzt, so spricht man von einem Chylomediastinum.

Symptome

Ab ca. einem Volumen von 2 Litern kommt es in der Regel durch Verdrängung der Lunge und des Mediastinums zu Dyspnoe und Tachykardie.

  • Röntgen: Im Röntgenbild des Brustkorbes erkennt man Verschattungen in den tiefliegenden Abschnitten der Pleurahöhle.
  • Punktion: Die Punktionsflüssigkeit ist in der Regel milchig trüb und steril. Laborchemisch findet sich darin ein erhöhter Fettgehalt.

Therapie

Durch wiederholtes Entlasten des Chylothorax (z.B. über eine Bülau-Drainage) versucht man zunächst ein Verkleben der verletzten Stelle des Ductus thoracicus abzuwarten. Dies kann durch eine spezielle Diät (MCT-Diät) unterstützt werden, bei der die über die Lymphbahnen transportierten kurz- und langkettigen Fette in der Nahrung vermieden werden. Tritt nach 1-2 Wochen keine Besserung ein wird in der Regel die Verletzungsstelle operativ versorgt und der
Ductus thoracicus durch direkte Naht wieder hergestellt.

Jan
08

Christina Zacker (* 23. Dezember 1954 in Landshut) ist eine deutsche Journalistin und Buchautorin.

Leben

Nach dem Abitur am Katharinen-Gymnasium in Ingolstadt begann sie neben dem Studium von Soziologie, Politologie und Kommunikationswissenschaften die Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule in München und gehörte dort der 14. Lehrredaktion an. Es schloss sich ein Volontariat bei der Boulevardzeitung „tz“ - ebenfalls in München - an.

Nach der Ausbildung zur Redakteurin arbeitete sie ab 1978 bis 1987 beim Gong-Verlag (München) bei der Zeitschrift „die aktuelle“, danach als Ressortleiterin und Textchefin bis 1993 im Klambt-Verlag (Speyer) im Redaktionshaus in Baden-Baden bei der Zeitschrift „7 Tage“.

Seit 1993 ist Christina Zacker als freiberufliche Journalistin und Kolumnistin tätig für Zeitschriften der Verlage Bauer, Springer, Burda und Weltbild) sowie als Buchautorin, unter anderem für die Verlage Droemer-Knaur, Econ, Falken, Heyne, Ludwig, Mosaik, Midena, Südwest und Urania.

Spezialgebiete sind Ernährung und Gesundheit, Erziehung und Psychologie sowie die Beschäftigung mit überliefertem Wissen (Bauernregeln, Mond- und Hundertjährige Kalender, Astrologie). Erschienen sind - neben Titeln unter eigenem Namen - etliche Bücher unter dem Pseudonym Franziska von Au (dies war der Mädchenname ihrer Urgroßmutter), hier vor allem der „Knigge 2000“.

Jan
07

Thaumatin (E 957) ist ein in der Natur vorkommender Süßstoff. Er ist 2000- bis 3000-mal so süß wie Zucker. Thaumatin hat einen Lakritze-artigen Nachgeschmack und wird auch als Geschmacksverstärker eingesetzt. Thaumatin wurde in den 1970er Jahren identifiziert und ist seit Anfang 1996 durch die EG-Süßungsmittelrichtlinie zugelassen.

Thaumatin ist ein Gemisch aus drei Proteinen, die in den Samenkapseln der westafrikanischen Katemfe-Pflanze (Thaumatococcus daniellii), Einheimische nennen Sie auch “Ndebion”, enthalten sind und daraus isoliert werden. Die Ausbeute ist allerdings sehr gering, aus 1 kg lassen sich nur 6 g Thaumatin isolieren.

Verwendet wird er in Süßwaren (oft in solchen auf Kakao- oder Trockenfruchtbasis), Diät- und Nahrungsergänzungsmitteln und Kaugummi.

Thaumatin wird als gesundheitlich unbedenklich eingestuft und besitzt keinen ADI-Wert. Es wird von den Einheimischen in Afrika seit langem verwendet.

Jan
07

Das Optifast-Programm ist ein einjähriges, medizinisch und psychologisch begleitetes Programm zur Gewichtsreduktion und zum dauerhaften Halten des Gewichts ohne Jojo-Effekt. In der so genannten Fastenphase besteht die Nahrung aus einer Formula-Diät (Fertigprodukte). Das ambulante Therapieprogramm wird in rund 35 Zentren in Deutschland und Österreich angeboten. Das Programm wird von der Novartis Nutrition GmbH vertrieben.

Aufbau des Programms

Optifast besteht aus einer Fastenphase von 12 Wochen, einer Übergangsphase von sechs Wochen und einer Steigerungs- und Stabilisierungsphase. Insgesamt dauert das Programm 52 Wochen. Es finden wöchentlich Gruppensitzungen mit 10 bis 14 Personen statt, die medizinisch und psychologisch betreut werden. Ein Ernährungsberater instruiert die Gruppe über das richtige Essverhalten. Zusätzlich gibt es in den ersten 26 Wochen nach der Gruppensitzung ein Sportangebot aus (Wasser-)Gymnastik oder anderen geeigneten Sportarten (Nordic Walking).

Fastenphase

Die Fastenphase besteht aus 5 Tüten Pulvernahrung pro Tag, die ausschließlich über den Optifast-Zentren zu beziehen sind. Auch bei eBay werden die Tüten angeboten. Das Pulver wird in Wasser aufgelöst und ist in verschiedenen Geschmacksrichtungen erhältlich. Die Gesamtkalorienzufuhr beträgt in dieser Zeit ca. 800 kcal pro Tag, was in den meisten Fällen zu einer drastischen Abnahme bei den Patienten führt. Durch den hohen Eiweißgehalt des Pulvers erhofft man sich, Muskelabbau zu verhindern. Dies soll durch wöchentliche Kräftigungsübungen unterstützt werden, welche von Pysiotherapeuten betreut werden. Weiterhin wird die Notwendigkeit vermittelt, privat Sport zu treiben, wodurch der Fettabbau begünstigt werden soll.

Übergangsphase

In diesen sechs Wochen wird die Tütennahrung nach und nach durch normale Nahrung ersetzt. Dabei wird ein “Ampel”-Punktesystem eingeführt, welches - vereinfacht gesprochen - rote (Fettgehalt ≥80% z.B. Butter; Zucker/Fettgemisch z.B. Schokolade), gelbe (Fett und Eiweiß z.B. Fleisch, Milch) und grüne Punkte (Kohlenhydrate z.B. Brot, Gemüse, Kartoffeln) unterscheidet. In der ersten Umstellwoche stehen 4 grüne (entspricht einem Bötchen und einem Apfel) und ein gelber Punkt (z.B. 60 gr. Lachschinken) täglich zur Verfügung, daneben werden in dieser Woche täglich 4 Tüten Pulvernahrung verzehrt. Es wird durch dieses System beabsichtigt, frühzeitig “bewußt” zu Essen. So können Punkte gespart und an anderen Tagen verzehrt werden.

Steigerungs- und Stabilisierungsphase

Die Nahrungsmenge wird nun nach und nach gesteigert (dieses geschieht durch Erhöhung des “Punktekontos”), bis der Patient nicht mehr abnimmt. Das kann individuell sehr verschieden sein.
Es besteht im weiteren Verlauf des Therapieprogrammes (durch Herabsetzen der Punkte und/oder Einschieben einer auf 6 Wochen verkürzten Tütenphase) die Möglichkeit, das Gewicht bis zum Wunschgewicht weiter zu reduzieren

Pro und Contra

Pro

  • Schnelle Gewichtsreduktion in den ersten 12 Wochen (Motivation)
  • Muskelabbau wird durch hohe Eiweißgaben versucht zu verhindern
  • Das Punktesystem orientiert sich an den Empfehlungen der DGE
  • Relativ langer Therapiezeitraum (intensive Stabilisierung)

Contra

  • Zeitinvensiv, da man einen Abend in der Woche gebunden ist.
  • Muskelabbau lässt sich nicht vollständig vermeiden.
  • Teuer (ca. 3000€; einige Krankenkassen bezuschussen jedoch das Programm)
  • Die Rückfallquote ist umstritten. Laut einer Studie (siehe Weblinks) beträgt die langfristige Erfolgsquote 58%
Jan
07

Mrs. Harris ist ein US-Amerikanischer Fernsehfilm des Pay-TV-Senders HBO aus dem Jahre 2005. Das Drama war ursprünglich als Kinofilm konzipiert gewesen. Der Film wurde unter anderem am 16. September 2005 auf dem 30. Toronto International Film Festival gespielt.

Handlung

Jean Harris fährt in einem Anfall von Eifersucht mitten in einem Sturm von Virginia nach New York, um dort ihren Geliebten, den Kardiologen Dr. Herman Tarnower und Erfinder der Scarsdale-Diät, zu töten, mit dem sie seit 15 Jahren ein Verhältnis hat. Sie hatte ein Rückenleiden, wofür er ihr eine zu hohe Dosis an Medikamenten verschrieb. Tarnower hatte seine Geliebte zurückgewiesen und plant eine andere Frau zu ehelichen.

Hintergrund

Die Geschichte der Jean Harris, der auf einem Gerichtsfall aus dem Jahre 1980 beruht, wurde bereits 1982 als “The People vs. Jean Harris” für das Fernsehen verfilmt. Ellen Burstyn, die damals die Hauptrolle spielte, hat auch in dieser Neuverfilmung eine kleine Rolle.

Jan
07

Die ketogene Diät ist eine streng kohlenhydratlimitierte, protein- und kalorienbilanzierte und deshalb fettreiche Form der diätetischen Ernährung, die den Hungerstoffwechsel in bestimmten Aspekten imitiert. Durch sie bezieht der Körper seinen Energiebedarf jedoch nicht aus Körperfett (wie beim Hungern) sondern aus Nahrungsfett. Ketogene Diät wird als Therapieverfahren vor allem bei Kindern mit pharmakoresistenter Epilepsie, Glukosetransporterstörung und Pyruvatdehydrogenasemangel eingesetzt. Sie muss individuell berechnet und ärztlich überwacht werden. Eine nicht medizinisch induzierte Sonderform der ketogenen Diät sind so genannte Low Carb-Diäten wie die Atkins-Diät.

Wirkung

Proteine können im Stoffwechsel ca. zu 50% und Fette nur zu ca. 10% (nämlich ihr Glycerinanteil) wie die verschiedenen Kohlenhydrate zu Glucose umgebaut werden, um den Blutzuckerspiegel aufrecht zu erhalten und so vor allem das Gehirn mit Energie zu versorgen. Im Hungerzustand greift der Körper zunächst auf seine Glykogenvorräte (eine Speicherform der Kohlenhydrate) zurück und stellt sich dann zunehmend auf einen Hungerstoffwechsel um. Dieser ist unter anderem dadurch gekennzeichnet, dass Fettsäuren in der Leber zu Ketonkörpern abgebaut werden, die dann den Energiebedarf vor allem auch des Gehirns (welches ansonsten auf Glukose als einzige Energiequelle angewiesen ist) auf alternative Weise effizient decken sollen. Der angestrebte Zustand heißt Ketose.

Indikationen

Neben Patienten mit einer Glukosetransporterstörung oder einem Pyruvatdehydrogenasemangel kann bei Patienten mit Epilepsie, bei denen bisher mehr als zwei antikonvulsive Medikamente nicht ausreichend gewirkt haben und bei denen ein epilepsiechirurgischer Eingriff nicht in Frage kommt, der Einsatz der ketogenen Diät überlegt werden. Sie kann bei unterschiedlichen Anfallsformen, Epilepsieursachen und Altersbereichen bis zum Jugendalter angewandt werden, scheint jedoch jenseits des etwa 8. bis 12. Lebensjahres an Wirksamkeit zu verlieren und schwieriger durchführbar zu sein. Bei Säuglingen unter einem Jahr ist sie ebenso anwendbar, wie bei Kindern jenseits des ersten Lebensjahres. Gute Einzelfallerfahrungen gibt es bei der Behandlung des Rett-Syndroms, des Landau-Kleffner-Syndroms und des Ohtahara-Syndroms.

Nach Brom (1857) und Phenobarbital (1910) wurde die ketogene Diät erstmals 1921 gezielt als damals dritte antikonvulsive Therapieoption eingeführt. Man hatte beobachtet, dass Hungern bei vielen Epilepsiepatienten günstig auf die Anfallssituation wirkt und versuchte, den Zustand des Kohlenhydratmangels beim Hungern mit genügender Kalorien- und Proteinzufuhr zu kombinieren.

Berechnung, Durchführung

Für eine ketogene Diät wird der Energiebedarf (30-80 kcal/kg je nach Alter und Energieumsatz) und der Proteinbedarf (0,7-2 g/kg je nach Alter) berechnet und dann die sogenannte „ketogene Ratio“ (typischerweise 3 - 4,5 : 1) festgelegt. Die ketogene Ratio bestimmt das Gewichtsverhältnis von Fett zu Kohlenhydraten + Proteinen. Eine ketogene Ratio von 4:1 beispielsweise bedeutet, dass die Nahrung zu 80% Gewichtsanteilen aus Fetten bestehen muss. In den restlichen 20% Gewichtsanteilen muss eine den Bedarf deckende Proteinmenge untergebracht werden. Dementsprechend dürfen Kohlenhydrate nur in minimalen Mengen aufgenommen werden, um eine wirksame Ketose aufrechtzuerhalten. Eine Ketose infolge eines willkürlich herbeigeführten Kohlenhydratmangels wird durch die Zufuhr geringer überzähliger Kohlenhydratmengen innerhalb kurzer Zeit durchbrochen, was wieder zu vermehrten Anfällen führen kann. Dieses strenge Diätregime erfordert eine sorgfältige Indikationsstellung, einige Detailkenntnisse und eine enge Zusammenarbeit zwischen Behandlungsteam und Patienten, ihren Bezugspersonen (z. B. Eltern) und ihrem sozialen Umfeld. Die Diätverschreibung muss vom Arzt wiederholt an den Verlauf und den daraus erkennbaren Bedarf angepasst werden. Die sachgerechte Durchführung der Diät muss über die Urin- und/oder Blutketose (ähnlich wie bei der Blutzuckerüberwachung bei Diabetikern) überwacht werden.

Nebenwirkungen

Nebenwirkungen sind vor allem Verdauungs- bzw. Stuhlgangsprobleme. Ferner kommt manchmal vermehrt Müdigkeit vor allem in den ersten zwei Wochen der Stoffwechselumstellung vor, während danach häufig eine bessere Wachheit folgt. Zudem kommen vor: Nahrungsverweigerung oder Hunger und damit zusammenhängende psychische Probleme (Hypercholesterinämie (schlüssige Langzeitstudien zu dieser Nebenwirkung existieren nicht, eine ketogene Diät ist aber nicht mit einer „Fettmast“ gleich zu setzen, da die Kalorien limitiert sind). Selten bis sehr selten sind gehäufte Infekte, Thrombozytenfunktionsstörungen mit Blutungsneigung, Hypocalciämie und Herzrhythmusstörungen (demaskiertes Long-QT-Syndrom). Gelegentlich kommen Nierensteine vor (regelmäßige Prüfung über den Urinstix auf Blut). Bestimmte unerkannte seltene Stoffwechselstörungen (v.a. Defekte der Ketolyse und Ketogenese, Fettabbausstörungen, Carnitinmangel-Syndrome etc.) können in der Anfangsphase der ketogenen Diät plötzlich und u. U. lebensbedrohlich dekompensieren, weshalb hier eine sachkundige Vordiagnostik / Anamnese und (stationäre) Überwachung des Beginnes notwendig ist. Insgesamt ist das Nebenwirkungsprofil etwas günstiger als bei einer intensiven pharmakologischen antikonvulsiven Therapie.

Jan
07

Helmut Anemüller (* 1920, † 5. November 2000) war ein deutscher Arzt, Ernährungswissenschaftler, Autor und Dozent, der eine nach ihm benannte Ernährungsform entwickelt hat. Dabei griff er auf die Arbeiten von Maximilian Oskar Bircher-Benner (1867–1939) und Werner Kollath (1892–1970) zurück.

Er teilte seine Ernährungstherapie in drei Bereiche ein:

1. Spezielle ernährungstherapeutische Regimina:

  • totales Fasten (Null-Diät)
  • modifiziertes kohlenhydratergänztes Saftfasten nach Buchinger/Lützner
  • modifiziertes kohlenhydratergänztes Obstfasten
  • modifiziertes proteinsubstituiertes Molkefasten
  • strenge vegetabile Rohkost nach Bircher-Benner
  • erweiterte vegetabile Rohkost
  • Vollgetreidediät
  • Obst-Gemüse-Vollreisdiät
  • gastrointestinale Sanierungsdiät nach Franz Xaver Mayr
  • gastrointestinale Sanierungsdiät nach Kousa
  • Trockentag-Trinktag-Wechseldiät nach Johann Schroth

2. Vollwert-Ordnungsnahrung

  • normale Grunddiät
  • energiereduzierte Grunddiät-Variante bei Übergewicht
  • kohlenhydrarpräzisierte Grunddiät-Variante bei Diabetes
  • purinarme Grunddiät-Variante bei Gicht
  • natriumarme Grunddiät-Variante bei Hypertonie
  • fettmodifiziete Grunddiät-Variante bei Hypercholesterinämie
  • gastroenterologische Grunddiät-Variante bei Magen-, Darm- und Lebererkrankungen

3. Spezielle Sonderdiäten

  • glutenfreie Diät bei Zöliakie und Erwachsenen-Sprue
  • spezielle Diät bei Morbus Crohn
  • protein-, elektrolyt- und flüßigkeits-definierte Diät bei chronischen Nierenerkrankungen
  • extrem proteinarme und protein-selektive Diät bei chronischer Niereninsuffizienz
  • proteinarme Diät bei fortgeschrit-tener Leberzirrhose
  • Diät bei Colostomie oder Ileostomie
  • Diät bei totaler Magenresektion

(aus: Anemueller H.: Ernährungstherapie. In: Schimmel K.-C. (Hrsg.): Lehrbuch der Naturheilverfahren, Hippokrates Verlag, Stuttgart, 2. Aufl. Band I, 232-263, 1990.)

Anemüller war in den 1950er Jahren Mitbegründer der Reformhaus-Fachakademie, Oberursel sowie Vorstandsmitglied des Zentralverbandes der Ärzte für Naturheilverfahren (ZÄN).